Geboren am 27.Februar 1878 in Neuruppin, gestorben 1943 in Auschwitz. In den zwanziger Jahren umfasste Silberbergs Sammlung rund 250 Gemälde, Zeichnungen und Plastiken. Er galt in Deutschland als einer der vier großen Kunstsammler „die man in aller Welt kennt“. Zu seiner Sammlung gehörten Arbeiten von Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas, Max Liebermann, Honoré Daumier, Carl Blechen, Georges Braque, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Paul Signac, Georges Seurat, Ernst Barlach und Auguste Rodin.

Anlässlich seines Geburtstages wird am 27. Februar 2026 um 13 Uhr am ehemaligen Standort seines Geburtshauses, Karl-Marx-Straße 15 in Neuruppin, vor dem heutigen „Magnet Kaufhaus“, eine Gedenktafel für Max Silberberg enthüllt. Johannes Bunk und Prof. Dr. Günter Hommel, die sich maßgeblich für die Sichtbarmachung dieser beeindruckenden Biografie eingesetzt haben, werden anwesend sein. Bürgermeister Ruhle spricht ein Grußwort. Vor der ehemaligen Villa der jüdischen Familie in Wroclaw sollen schon bald Stolpersteine an das Schicksal von Johanna und Max Silberberg erinnern.
Max Silberberg war der Sohn des Schneidermeisters Isidor Silberberg und seiner Frau Natalie, geborene David. Beide gehörten der jüdischen Gemeinde Neuruppins an. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und leistete Militärdienst. Anschließend arbeitete er in der Metallwarenfabrik M. Weissenberg in Beuthen, Oberschlesien. Bereits mit 24 Jahren wurde er Prokurist, 1904 nur zwei Jahre später Miteigentümer. Das Unternehmen stellte feuerfeste Baustoffe zur Auskleidung von Hochöfen her. 1906 heiratete er Johanna Weissenberg, geboren am 7. März 1884; im selben Jahr wurde ihr einziger Sohn Alfred geboren.
Als außerordentlich erfolgreicher Unternehmer baute er eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen seiner Zeit auf. Nach der Verlegung des Firmensitzes im Jahr 1920 nach Breslau fand die Sammlung in seiner großzügigen Villa einen repräsentativen Rahmen. Die Villa entwickelte sich zu einem wichtigen Ort des jüdischen Lebens und der kulturellen Begegnung in Breslau. Die Werke aus Silberbergs Besitz genossen internationales Ansehen und wurden als Leihgaben in renommierten Museen und bedeutenden Ausstellungen präsentiert. Zu seiner Sammlung gehörten unter anderem Arbeiten von Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas, Max Liebermann, Honoré Daumier, Carl Blechen, Georges Braque, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Paul Signac, Georges Seurat, Ernst Barlach und Auguste Rodin.
Beim Aufbau seiner Sammlung wurde er vermutlich von Heinz Braune unterstützt, der ab 1916 als Direktor das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau leitete und für moderne Kunst öffnete. Da es in Breslau keinen bedeutenden Kunsthandel gab, bezog Silberberg – wie andere Sammler der Stadt – seine Werke vor allem über den Berliner Kunstmarkt. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Kunsthändler Paul Cassirer, der ihn beratend begleitete. Zudem stand Silberberg in engem Austausch mit dem Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe und traf wiederholt Künstler wie Max Liebermann und Georg Kolbe. Weitere Ankäufe tätigte er unter anderem bei der Galerie Thannhauser in Luzern sowie auf Auktionen in Berlin.
Durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise musste er sich 1932 von dreizig seiner Spitzenwerke – darunter Arbeiten von Monet, van Gogh und Renoir – bei einer Auktion in Paris wieder trennen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann in Breslau früh und massiv die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Bereits im März 1933 wurde Max Silberberg aus öffentlichen Ämtern gedrängt. 1935 beschlagnahmte die NSDAP seine Villa, wodurch er gezwungen war, einen Großteil seiner Kunstsammlung zu veräußern. 1938 wurde seine Firma „arisiert“. Drückende Sondersteuern für jüdische Bürgerinnen und Bürger vernichteten sein verbleibendes Vermögen.
1941 wurden Max und Johanna Silberberg in das Sammellager Kloster Grüssau deportiert. Von dort führte ihr Weg vermutlich in das Ghetto Theresienstadt und schließlich nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden. Das Gedenkbuch von Yad Vashem nennt für Max Silberberg das Todesjahr 1943.
Seinem Sohn Alfred, geboren 1906, und dessen Frau Gerta, geboren 1914, gelang 1939 die Flucht nach England. Nach 1945 kämpften sie jahrzehntelang um die rechtliche Anerkennung des Unrechts und um finanzielle Entschädigung.
In einigen Fällen gelang die Restitution spät. Erst mit der Washingtoner Erklärung von 1998, die insbesondere die Verjährung aufhob, erfolgte ein Umdenken bei Museen und im Kunsthandel. So wurde unter anderem 1999 die Rohrfederzeichnung „Olivenbäume vor dem Alpillengebirge“ von Vincent van Gogh und die Federzeichnung „Frau mit Umschlagtuch“ von Caspar Davis Friedrich durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz an Gerta Silberberg übergeben. 2023 wurde für Ferdinand Hodlers Gemälde, Thunersee mit Stockhornkette, nach jahrzehntelangem Rechtsstreit mit den Nachkommen Silberbergs eine Einigung erzielt. Das Werk kann nun als Dauerleihgabe im Kunstmuseum St. Gallen bleiben. Nach Einigung mit der Erbin verblieben die Gemälde „Der Felsen in Hautepierre“ von Gustave Courbet im Art Institute of Chicago und „Boulevard Montmartre, Frühling 1897“ von Camille Pissarro im Jerusalemer Israel Museum. Ebenfalls zu Einigungen kam es zwischen der Erbin und den Besitzern von Kunstwerken, die diese bei Auktionen veräußern wollten. Der größte Teil der Sammlung gilt allerdings bis heute nach wie vor als verschollen.
Weitere Informationen über Restitutionen:
www.hist.uzh.ch
Begleitende Ausstellung im Kunstraum Neuruppin
Aus Anlass der Tafelenthüllung zeigt der Kunstraum Neuruppin die Ausstellung
„Licht und Dunkel“ – Hommage an Max Silberberg von Grigory Berstein.
Der in Köln lebende und in Moskau geborene Künstler setzt sich in seinem Werk immer wieder mit der Geschichte seiner Familie und der Shoa auseinander. Für Max Silberberg hat er eine sehr sehenswerte Ausstellung als künstlerische Würdigung geschaffen.
Weitere Informationen über die Ausstellung:
www.kunstraum-neuruppin.de





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